


Reicher werden. Wie schon erwähnt, organisiere ich mal wieder einen Wahlkampf. Langsam nimmt das Team Form an und die ersten Panikattacken weichen sanfter Gelassenheit mit einer Prise Fatalismus. Wir sind gut aufgestellt und holen noch einmal tief Luft für die heiße Phase. Damit ist das kurzfristige Jobproblem gelöst.
Heute hat sich auch das langfristige Jobproblem in Wohlgefallen aufgelöst. Ich werde ab Oktober Büroleiterin im Wahlkreis vom Europaabgeordneten Matthias Groote.

Der Anflug von Verzweiflung, der sich im April ausbreitete wurde jetzt durch eine riesige Portion Glück/Schicksal/zur-richtigen-Zeit-am-richtigen-Ort aufgehoben und aufgewogen. Mir scheint die Sonne so sehr aus dem A*, dass ich mich manchmal kneifen muss (und mich frage, ob ich zur Sicherheit Sonnencreme in dieser empfindlichen Region auftragen sollte).
Es ist übrigens mein 2. Job, der sich über Social Media ergeben hat. Von Menschen, die ich vorher nicht kannte. Noch jemand, der web 2.0 unnütz findet?
--- Dieser Punkt gilt damit als erfüllt und abgehakt für dieses Jahr ---
Schlauer werden. Hmmm. Grad Dead poets society im Zug zu Ende gelesen. Der Krockow ist mal wieder in der Versenkung gelandet. Quäle mich noch durch den Fernen Spiegel. Hesses Briefe angefangen. Postdemokratie war sehr erhellend. ZEIT wieder im Abo. EU-Politik steht nun ganz oben auf der Liste. Gelobe Besserung.
Fitter werden. Immerhin 3x Joggen gewesen dieses Jahr. Dann beschlossen, dass das nix wird. Peile SportSpaß Anmeldung diese Woche an. Essen, so lala. Saufe zuviel.
Sozialer werden. Wird langsam wieder in Hamburg. Manchmal ist da zuviel sozial im Büro, dass ich abends eher mal keine Menschen brauche. Außerdem #lebenmitschwester.
Fazit: Da sich die größte Baustelle nun in Wohlgefallen aufgelöst hat, folgen die anderen in logischer Reihenfolge, die sich durch eine langfristige Perspektive und Landleben ergibt: Verein finden, regelmäßig Sport treiben und lange Winterabende zum Schmökern und Lernen nutzen.

Nun habe ich einen Blogeintrag für Johannes Seite geschrieben, da bleibt auch mal wieder Zeit, ein paar Zeilen für meine eigene Seite zu schreiben. Seit gut einem Monat arbeite ich nun wieder im „Kuschu“ und organisiere den besten Wahlkampf ever. Die Zielvorgaben sind hart: 3.000 Plakate wollen geklebt und rausgestellt werden. 140.000 Rechenschaftsberichte geschrieben und verteilt werden, eine sechsstellige Zahl an Kugelschreibern wartet auf den Einsatz, ein Junges Team muss aufgebaut, Anzeigen geschaltet und jedes Fest im Wahlkreis bespaßt werden. Puh.
Also verbringe ich wieder (zu) viel Zeit im Kuschu, in Verbindung mit dem Kerl in einer anderen Stadt bleibt da nicht mehr viel Platz für anderes. Alle anderen Vorsätze bleiben also zugunsten des heiß ersehnten Jobs ein wenig auf der Strecke. Auch wenn Arbeitszeit und Sprunghaftigkeit manchmal grenzwertig sind, gleichen die Freiheit und Herausforderung das aus.
Langweilig ist was anderes.


Reicher werden: 4 Bewerbungen verschickt, 3 vorformuliert, rund 8 weitere passende Stellenanzeigen, 2 Angebote out of the blue. Initiativbewerbungen prokrastiniert. Photoshop, Indesign, HTML und CMS Kenntnisse vertieft und etwa 7-10 Überstunden die Woche gearbeitet.
"Du gehst in die Zone?" Mein Großvater legte ihr beschwichtigend die Hand auf den Arm: "Aber Lieselotte, das ist Deutschland". Meine Tante hatte sich als Neu-Berlinerin schon mehrfach über die Ossis aufgeregt und beschwert. In Erinnerung ist mir noch der empört zugezischelte Kommentar zu meinen Chucks: "Solche Schuhe tragen doch nur Ossis".
Ich war gerade 8 Jahre alt, als ich meine Mutter in Tränen aufgelöst vor dem Fernseher fand und nicht einmal annähernd begriff, was passiert war. Heute ist mir klar, dass es trotz aller Probleme, Schulden, Vorurteile und allem Unverständnis ein unvergleichliches Ereignis war. Eine friedliche Revolution. Auch wenn es sicherlich noch viel Arbeit gibt, zeigt der Rückblick was wir in einem geeinten Deutschland gemeinsam erreicht haben. Unterschiede wird es immer geben, so wie es Unterschiede zwischen einem Hamburger und einem Passauer, zwischen einer Bottroperin und einer Freiburgerin geben mag. Unsere unterschiedlich geprägten Biographien werden uns weiterhin begleiten und immer wieder zu merkwürdig anmutenden Gesprächen führen. So erinnere ich mich an Treffen mit Ostdeutschen, in denen die Frage, wann man die erste Ananas gegessen hat und welche gemeinsamen Erlebnisse man bei den Pionieren hatte, abendfüllend diskutiert wurden. Auch heute noch verstehe ich nicht alles, aber das hält mich NICHT (31.1.) ab, tolle Freunde in Ost und West zu haben. Danke für EIN Deutschland.

Direkt vorm Münster ist der Proll-Faktor erträglich, aber darüber hinaus sind Tweeties mit Weihnachtsmützen, schreiend bunte Leckerein sowie bunte Lichterketten im Überangebot. Besonders gefreut hatte ich mich auf den Markt der europäischen Nationen. Aber dass in Schottland vor allem Kerzen, in Spanien Seife hergestellt wird war mir neu und da man all das auf den anderen Märkten so wieder findet, eher enttäuschend. Tiefpunkt war der Glühwein – aus Plastebechern. 



Ich bin der Überzeugung, dass sie definitiv letzteres ist (ohne damit ersteres ausschließen zu müssen). Chinesen haben kein Gefühl für Mode oder Stil, bunt muss es sein. Mit viel Klimbim, Strass, Glitzer, Gold und Silber - Hauptsache auffällig. Bonbon-Kleidchen, Zöpfe und pinke Haarspangen, am liebsten wären viele Chinesinnen wohl Prinzessinnen. Dagegen gibt es das andere Extrem: Schlafanzüge und Nachthemden auch außerhalb der eigenen vier Wände zu tragen, aber das ist wohl auch die Realisierung von westlichen Kindheitsträumen. Zu dem kommt eine nicht-erklärbare Vorliebe für Mickey Mouse auch bei Damen, die das dafür gemäße Alter weit überschritten haben. Für die gesundheitsbewussten Herrschaften stehen in den Compounds Sport-Gerätschaften bereits, die nicht nur auf den ersten Blick wie Kinderspielzeug wirken. Alles muss laut sein, lustig und Spektakel. Und ein Tisch in einem Restaurant, nachdem Chinesen dort gegessen haben, macht jedem Chaos nach einem erfolgreichen Kindergeburtstag gute Konkurrenz. 