Freitag, Mai 18, 2007
Zuhause in Dresden
Sonntag, April 22, 2007
Wofür braucht man eigentlich noch ein Festnetz-Telefon?
Mittwoch, April 11, 2007
Zu Hause
Gestern Abend um Viertel vor 9 passierte es dann, ich fühlte, jetzt bist du da. Als ich gestern Abend um 20.45 Uhr nach elf Stunden die SLUB verließ, total matschig im Hirn, wusste ich, jetzt bist du angekommen. Angekommen in dem Leben, nach dem du dich fünf Monate gesehnt hast. Zu Hause.
Donnerstag, März 29, 2007
Mietvertrag auf Raten
Einen Mietvertrag im Osten dieses Landes abzuschließen sollte eigentlich eine einfache Angelegenheit sein, ist ja genug davon da. Theoretisch könnte das so aussehen: Man findet Wohnraum, wird sich einig, gibt die Einwilligung zur Schufa-Auskunft im Ernstfall und unterschreibt einen Vertrag.
Praktisch und im Detail heißt es bei der großen nun privaten Gesellschaft, die Dresden einen so großen Geldsegen bescherte.
1. Termin: Reservierung der Wohnung, gleich mal den Perso kopieren.
2. Termin: Abklärung der Dokumente, die benötigt werden sowie Terminvereinbarung zur Begutachtung derselbigen Dokumente (Bürgschaft, Perso des Bürgen, Einkommensnachweis des Bürgen, Mitschuldenfreiheitsbestätigung des Vorvermieters)
3. Termin: Begutachtung der Dokumente und Terminvereinbarung für die Unterschrift des Mietvertrags
4. Termin: Unterschrift des Mietvertrags, Terminvereinbarung zur Wohnungsübergabe
5. finally: Wohnungsübergabe
Bin ich naiv, dass ich glaube, dass das auch schneller und effizienter geht? Denn pro Termin war eine halbe Stunde Wartezeit einzurechnen, da die "Kundenberaterin" Beschäftigung vortäuschte (wenn man anbot, später wieder zu kommen, ging’s plötzlich ganz schnell...)
Freitag, März 02, 2007
Gebrauchsanweisung fuer Amerika
Der Homo Americanus:
„Fuer den Europaer, der seiner demokratischen Tradition gemaess die Aufgabe des Staates im wesentlichen darin sieht, den Menschen vor dem Menschen zu schuetzen, ist die Entdeckung fasznierend und zugleich erschreckend, dass der Amerikaner von der Obrigkeit gerade darauf pocht, worauf die Menschen in totalitaeren Regimen liebend gerne verzichten wuerden – naemlich die staatlich oktroyierte, allgemeinverpflichtende Definition von Idealen, Auffassungen und Werten.“Dies geht einher mit einem Drang zum Konformismus, mit dem sich jedes kommunistische System sehen lassen koennte. Mir ist es besonders deutlich durch das Strassenbild der immer wiederkehrenden Fastfood, Einkaufs- und Hotelketten, sowie einen extrem vereinheitlichenden Baustil aufgefallen.
„Waehrend es fuer einen Europaer eine Beleidigung ist, ein Dutzendmensch genannt zu werden, hat der Amerikaner eine grosse Angst davor von der Gruppennorm abzuweichen. Andersein bedeutet Ausstossung aus der Gruppe, bedeutet Aechtung.“Danach sieht man amerikanische Highschool-Serien ploetzlich mit ganz anderen Augen, wie man ueberhaupt amerikanische Serien nach einer Weile hier, mit einem neuen Hintergrundwissen, ganz anders wahrnimmt. Aber auch die Politk, sowie die heeren Begriffe von Gleichheit und Freiheit bekommt einen ganz anderen Stellenwert.
„In Staaten, wo, wie erwaehnt, die praktischen Gegebenheiten im Bedarfsfall viel eher den Idealen geopfert werden (noch mal genau lesen, was da wem geopftert wird!), wird es einem klar, wie sehr Gleichheit eben zur Konformitaet der Ideale und Werte verpflichtet und wie diese dadurch noch wirklichkeitsfremder werden, als die es meint ohnedies schon sind.“
Der Homo Americanius ist in einer tiefen Naivitaet, Unschuldigkeit und Idealisierung seiner Umwelt gefangen, die Watzlawik vor allem aus der amerikanischen Vorstellung vom Glueck und dem verfassungrechtlich verbrieften Streben danach ableitet.
„Es ist die Ratlosigkeit des Amerikaners darueber, wie Gutes einem nicht nur keine Liebe einbringen, sondern zu boesen Folgen fuehren kann.“
Das erklaert ein wenig eine Unterhaltung, die ich mit einer aelteren Dame ueber den Praesidenten fuehrte. Sie aeusserte Mitgefuehl, ja sogar Mitleid fuer seine derzeitige Lage und er habe doch immer nur das beste gewollt, er sei doch auch nur ein Mensch und ma solle ihm nun gefaelligst zur Hilfe kommen und ihn nicht so niedermachen. Neben naivem, kindlichen Glauben an Ideale schwingt hier eine weitere Besonderheit des Amerikaners mit, sein Verhaeltnis zum Praesidenten.
„Die Entdeckung der moralischen Hinfaelligkeit oder auch nur der menschlichen Schwaeche des supervaeterlichen Praesidenten ist fuer ihn anscheinend eben so traumatisch wie (zumindest laut psychanalytischer Theorie) das Trauma des Kindes, das seinen Vater beim Geschlechtsverkehr mit der Mutter ueberrascht. Doch waehrend sich die psychoanalytische Urszene meist nur einmal ergibt, wiederholt sich diese politische Urszene alle vier Jahre.“
Montag, Januar 22, 2007
The American Way of Fondue
Mittwoch, Januar 03, 2007
Tuetenwahnsinn
Hier mein Silvester-Einkauf:
1 Flasche Wein, 1 Flasche Sekt, 1 Tuete O-Saft = 3 Items; und nein, es sind nicht 3 Tueten sondern 5.

Anstatt grosse, stabile Tueten zu produzieren, dienen viele kleine unhandliche fuer diesen Zweck.
Fazit: umweltschaedlich und auch noch unpraktisch...
Dienstag, Dezember 05, 2006
Dinge, die ich in Deutschland nie getan haette
Hooters kennengelernt: ist der Tatsache geschuldet, dass ich zu viel mit Jungs rumhaenge. Allerdings lernt man viel ueber Gruppendynamik und Rudelverhalten.
Karaoke singen: oook habe ich in Deutschland auch einmal getan, aber da stand ich unter Adrenalin und viel Alkohol (Wahlabend 2005). Ich bin eben auch nicht vor Gruppendynamik gefeit.
Borat geschaut: eine Folge von den beiden vorgenannten Aspekten (zu viele Jungs und Eigendynamik) + Aussicht auf Kneipenabend danach, der nie stattgefunden hat, alles Weicheier hier ;-).
Was hier auch hier nicht getan habe bzw. vermeiden konnte: Shooting Ranch,
Donnerstag, November 30, 2006
Symptome einer fortgeschrittenen Amerikanisierung
- Ohne drueber nachzudenken im Jogging-Anzug/ Schlafanzug einkaufen gehen
- Autos nicht mehr nach dem Verbrauch beurteilen, sondern nach ihrer Groesse
- Sich ueber Benzin-Preise von mehr als 2 Dollar (1,51 Euro, Kurs von heute) die Gallon (4 Liter) aufregen
- Drive-Ins nutzen: Essen, *bux (Starbucks;-), Geldautomaten, Apotheke....
- Einkaufswagen einfach irgendwo abstellen (kost ja nix, lange Wege)
- Selbstverstaendlich rechts ueberholen (auf einer 2 spurigen Strasse noch komisch, ab 4 Spuren unvermeidlich)
- Im Supermarkt automatisch nach der groesseren Packung greifen
Hmm, hat alles mit Essen und Autofahren zu tun...
Mittwoch, November 29, 2006
Grosse-Stadt-Fieber
Und noch nicht mal ein schlechtes Gewissen meiner derzeitigen grossen Liebe gegenueber. Hamburg ist nur noch der erste Schritt. Das Ziel ist New York. *Schmacht*
Mittwoch, November 15, 2006
GAU
Mittwoch, November 08, 2006
Allen Vorurteilen zum Trotz
Mittwoch, November 01, 2006
Amis + Autos
Amis und ihre Autos scheint das ergiebigste Thema zu sein.
Praemisse: Autofahren ist ein Recht, ein Grundrecht. Alle sollen es koennen duerfen. Alle muessen es koennen. Da wird irgendwann ein Zirkelschluss raus. Die Konsequenz daraus ist aber eben nicht, dass es alle besonders gut koennen. Im Gegenteil, man wird staendig von Deutschen gewarnt, bloss nicht so wie in Deutschland zu fahren, sondern zu jeder Zeit mit allem Moeglichen zu rechnen. Rechts ueberholen, abruptes Bremsen ohne ersichtlichen Grund und Abbiegen ohne Blinken seien da noch die geringsten Probleme. Ich persoenlich habe noch keine schlimmeren Erfahrungen gemacht. Es wird den Amerikaner halt besonders einfach gemacht, Auto zu fahren: Automatik, relativ breite Strassen, geringe Geschwindigkeiten (das schnellste was ich bisher gefahren bin sind 70 Meilen), wenige Regeln und einfache Strassenschilder. Wobei das einfach ein besondere Bedeutung hat, es sind vor allem sprachlich ausformulierte Schilder. Wo man in Deutschland Pfeile, Farben und Symbole benutzt, wird hier geschrieben. Muss man eben nicht auswendig lernen, setzt allerdings voraus, dass man englisch kann, was auch nicht mehr so selbstverstaendlich ist hier. „Rund und rot, heisst Verbot“ gibts hier nicht. Dafuer „Speed Limit“, „Wrong way“, „Yield“. Blaue Pfeile werden als „Right lane must turn right“ uebersetzt. Rechts vor links gibts auch nicht, dafuer Stoppschilder an allen 4 Seiten einer Kreuzung. Die Vorfahrt funktioniert nach dem Motto, first comes, first goes. Der ostdeutsche und hamburgische „gruene Pfeil“ gilt hier immer, man darf an roten Ampeln rechts abbiegen, es sei denn es steht was Gegenteiliges geschrieben. Das Netteste sind aber die Hinweisschilder auf die Strafen fuer Verkehrsuender: $100 ist das Minimum.
Freitag, Oktober 27, 2006
To Do List
- Dinge, die ich in Deutschland nie tun wuerde (hier aber getan habe)
- wer wird der naechste US Praesident (Obama? nicht Osama)
- amerikanischer Wahlkampf, schmutziger denn je...(--> going dirty)
- Amis und Autos, Verkehr, Stassenschilder
- Paradoxien und Gegensaetze in den USA
- kleine Dinge, die einen Unterschied machen
- war da nicht noch ein "Stoeckchen" von Gernot?
Dienstag, Oktober 10, 2006
Angekommen - Alpharetta, GA
Nun bin ich schon seit 2 Wochen in den USA, Zeit fuer einen ersten Lagebericht.Trotz aller Befuerchtungen, doch irgendein Dokument vergessen, gar nicht oder sogar falch ausgefuellt zu haben, bin ich in die Vereinigten Staaten von Amerika eingereist. Nach einer gefuehlten Reisezeit von ca. 48 Stunden (wenn man davon ausgeht, dass ich um 16Uhr Montag nachmittag in Dresden losgefahren bin und um 6 morgens MET am Mittwoch in Alpharetta war, ist das gar nicht so abwegig). Es war eine Reise fast ohne Pannen: einmal Verfahren in Dortmund, Feuerzeug entsorgt in Duesseldorf (kostet angeblich $250), problemloses Umsteigen in New York, Einschlafen im Stau auf 8/16-spuriger Interstate in Altlanta, angekommen um 23.30 Ortzeit in Alpharetta.
Begruesst wurde ich dann vom Jim, meinem “Landlord”, wie das so schoen auf englisch heisst, “stilvoll” mit Yorkshire-Terrier auf dem Arm.
Das Haus ist einstoeckig, dafuer sehr lang gezogen. Jim hat es bereits mit 20 gekauft, was hier normal zu sein scheint. Das ganze ist auf einem grossen Grundstueck an einer Hauptstrasse gelegen. In ernsthafter Sichtweite ist nur ein Nachbar, der uebrigens Ziegen (jaha Ziegen!) haelt und eine gewisse Affinitaet zu seinem riesen Rasenmaeher-Truck-Ding hat.

Inzwischen habe ich mein Zimmer gewechselt (rechts: Blick aus meinem Fenster...) , da der zweite Praktikant nun abgereist ist und erst am Donnerstag der naechste kommt, der mein altes (kleines, gruenes) Zimmer bekommt. Ich geniesse nun also wieder die Vorteile eines eigenen Badezimmers und eines riesigen Wandschrankes (uebrigens eine sehr praktische Einrichtung, die man erst bei einer jaehrlichen Umzugsfrequenz wirklich zu schaetzen weiss).
Im Buero habe ich eine Ecke eines lila-farbenen Cubes bezogen, ohne Sonnenlicht und mit staendiger Air-Condition im Ruecken. Es ist also jeden Abend ein absurdes Gefuehl, wenn man vor die Tuer tritt, es noch gut 25 Grad sind und die Sonne gerade einen knallroten Sonnenuntergang fuer den beginnenden Indian Summer vorbereitet.
Facts:
Rauchen: seit 14 Tagen rauchfrei !!
Essen: gefuehlte 2 Kilo zugenommen
Job:1st mission accomplished, Kalender-Update
Entertainment:TV - 5 Werbepausen pro Stunde
Montag, September 18, 2006
Und tschüss...
Tja das war wohl mein letzter Tag in der SLUB in diesem Jahr und das letzte Mal zum Lernen: Morgen ist die letzte Abschlussprüfung. Zeit einmal DANKE SLUB zu sagen. Danke für eine disziplinierende Arbeitsumgebung, die ich in meiner ständig verwüsteten Wohnung nie hinbekommen hätte. Danke für W-Lan, nette Cafeteria-Damen und bizarre Modeerscheinungen (im Moment setzen sich gerade Sonnenbrillen und Kapuzenjacken durch). Ein dickes fettes Danke an alle Leute, die mir durch Mittagessen, Kaffeetrinken oder einen kurzen Plausch bei ner Kippe den nicht enden wollenden Tag verkürzten. Danke.
Dreiste Werbung (auf die ich natürlich reingefallen bin) I
Als ich heute zu meinem Auto kam, hatte ich einen kleinen blauen Notizzettel am Seitenspiegel hängen. Darauf stand:
„Bitte rufen Sie geschäftlich an!
Fa. Jährig-Straka
Tel: 0351....
Ihr Ansprechpartner: Herr Seifert
Kein Autoschaden.“
Hmm, dacht ich mir, was wird das wohl sein, und machte mir ein paar Sorgen. Haben diese tollen Autohändler, die mir ständig Kärtchen ans Fenster stecken jetzt ihre Strategie geändert. Aber erklären konnte ich es mir nicht. Also erst mal besagte Nummer gewählt, bei der sich der Anrufbeantworter der Familie Seifert meldete. Ich brav mein Sprüchlein aufgesagt und die Sache vergessen. Heute Abend dann ein Anruf in Abwesenheit. Ich rief zurück und die erste Frage der Dame war: Haben sie Interesse an einem Zweiteinkommen? Äähh, wie jetzt, worum geht’s? Naja ob ich mir als Handelsvertreterin nicht was dazuverdienen wollte. Hmm, nö eigentlich nicht. Gut danke für den Anruf. Aha... Interessante Werbestrategie. Was haben wir gelernt? Schickes Design ist von gestern, heute zählt ein unschuldiger Notizzettel der neugierig macht und so die persönliche Kontaktaufnahme provoziert. Könnt ja was passiert sein. Aber wie kommen die auf mich? Sieht mein Auto so schrottig aus, dass ich ein zweites Einkommen vertragen könnte? Oder werde ich beobachtet?Samstag, September 16, 2006
Skurrile Wandbehänge II
Bei meiner kleinen Reise durch Deutschland ist mir ein weiterer Wandbehang aufgefallen, in jeder Damentoilette. Es scheint ein Monopol der Raststätten-Toiletten zu sein, dort Werbung für Kachelöfen zu machen. Kachelöfen! Wieso eigentlich? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Kachelöfen und Rasstätten, außer den phantasievollen Namen wie Mailand oder Stockholm? Wer entscheidet auf der Toilette, ob er sich einen solchen Ofen zulegt. Und gibt es nicht naheliegendere Werbung, wie etwa Lebensmittel, Getränke, Damen-Hygiene-Artikel, Radiosender, in der Nähe liegende Sehenswürdigkeiten oder zumindest das neuste Angebot aus der Rasstätte? Dieses Monopol ist erstaunlich, in einem Waschraum hab ich dann sogar die zugehörigen Faltblätter gefunden.... Marketingleute, Werbeplaner: was ist mit euch los, das ist doch die Gelegenheit. Wer wollte denn nicht immer schon eine interessante Lektüre aufm Klo haben!
Skurrile Wandbehänge I
Neulich, bei einem Familienbesuch, fand ich mich plötzlich auf dem Sofa meiner Übernachtungsgelegheit wieder und traute meinen Augen kaum. Das schlimme war gar nicht die geschmacklose Einrichtung (ich sage nur Delphin-Glastisch), sondern die schrägen Wandbehänge. Auf der einen Seite hing ein super-kitschiges riesiges Jesus-Bild, auf dem er ein Peace-Zeichen macht (und mindestens 1-2 Joints geraucht hat). Umrandet ist das ganze von einigen Heiligen- und Marienbildern. Zu optischen Fokussierung ist darum wieder eine rote Lichterkette angebracht. Diese dient auch zur Verbindung zu riesigen Lebkuchen-Herzen mit der Aufschrift „Nur mit dir“, „Ich will dich heiraten“. Das ganze ist ein Altar für die philippinische Freundin (ob das dem kulturellen Austausch dient, sei dahin gestellt, Liebe muss wohl blind machen...). Als ob das noch nicht reicht, sind auf der anderen Seite des Zimmers, wohl als männliches Kontrastprogramm Plakate, von „Eis-am-Stiel“ und dem „Schul-Mädchen-Report“ (natürlich oben ohne) angebracht. Naja, über Geschmack lässt sich streiten, aber das grenzt an vorsätzliche Körperverletzung.