Donnerstag, November 20, 2008
details
Clothes
Nicht gerade modisch. Zurzeit extreme Spaltung zwischen Business-Look tagsüber und Schlumpf abends und am Wochenende. Außerdem immer noch alles zu eng. Verdammtes Amerika.
Furniture
Ikea. IKEA. Alle meine Möbel haben Namen. Als ich in USA nach 2 Monaten in einem Ikea drin stand musste ich fast heulen, weil ich meine Möbel so vermisst hatte. Irgendwann soll mein Lieblingszimmer mal eine Bibliothek werden, mit endlos Regalen (mit Leiter ;-)), schrulligen alten Leselampen, einem massiven alten dunklen Schreibtisch und einem riesigen Sessel, bevorzugt in einem Erker stehend.
Sweet
Ja, leider. Schokolade. Und Kekse. Und Kuchen. Und Pudding. ...
City
Dresden. Berlin. Hamburg. Shanghai. Wenn ich groß bin, möchte ich noch mal eine Weile in Chicago leben.
Drink
Wasser. Wie kann man nur dieses süße Zeug trinken. Sonst nur Sachen, die wirken: Kaffee, Bier und Wein.
Music
War nie der Held im aktiven Musiksuchen und -hören. Geschmack ist entsprechend undefiniert. Klassik zum Arbeiten. Norah Jones und Tracy Chapman zum Schmusen. Ska zum Tanzen. R.E.M., Red Hot Chilli Peppers, Santana und Simon & Garfunkel für die Laune. Seit dem Metall-Kerl generell ein bissl rockiger.
TV
Nach lang ausgelebter Fernsehsucht (selbst die 137. Wiederholung von der Nanny hab ich geschaut), dosiere ich TV-Input nur noch über DVD-Staffeln. Gilmore Girls. The West Wing. Man hat so viel mehr Zeit. Von meiner Schwester neulich genötigt worden, das Länderspiel im Livestream zu schauen.
Film
Habe mich in China gut eingedeckt mit den amerikanischen Blockbustern, für umgerechnet einen knappen Euro das Stück. Bei deutschen haperts gerade, große Bildungslücken entdeckt. Aber nach einer Stunde Diskussion, ist der Kompromiss mit dem Kerl dann wichtiger als der anspruchsvolle Film.
Workout
Versuche seit Wochen mich im Fitness-Studio anzumelden. Suche noch den rechten Kompromiss zwischen unbezahlbar und am A*** der Welt.
Also geh ich spazieren. Und sprinte ab und zu mal zur S-Bahn.
Pastries
Cooooookies!! Um all das fetttriefende Junkfood, Chips und Dips mache ich liebendgerne einen Bogen, aber bei Keksen, Kuchen und co. werd ich schwach. Nächste Woche werden Plätzchen gebacken!
Coffee
Filterkaffe mit Milch, am liebsten aus meiner Kaffeemaschine. Im Ausland auch gerne Starbucks, meist mangels trinkbarer bzw. wirkungsvoller Alternative.
Samstag, Oktober 25, 2008
Chaos
Dienstag, Oktober 21, 2008
Praktikantenkarawane
Dafür bau ich meine Webidentität (nennt man das so?) weiter fleißig aus.
http://twitter.com/asmDD
www.facebook.com
Aber toll isses. Zumindest Berlin.
Donnerstag, August 28, 2008
Endzeitstimmung
Im Alaunpark und an Prießnitz spazieren gehen
Brötchen holen
Auf dem Wochenmarkt einkaufen
Zeitung lesen am Frühstückstisch
An der Elbe ein Bier trinken
Durch die Bibliothek durchgehen
Brunch in der Planwirtschaft
einen Dürum essen
Wieder alle meine Feeds lesen zu können

Was ich vermissen werde:
Abends allein im Schwimmbad meine Runden zu drehen
Die Obstläden, insbesondere die Cherry Tomaten
Den Leuten beim Sport, Tai Chi oder Tanzen auf der Straße zu zuschauen
Die 24 Stunden Läden
Billige Taxis
Chinesische Esskultur
Vom Klo auf den Jin Mao zu gucken
Frische Nudelsuppe

Was ich NICHT vermissen werde:
Den morgendlichen und abendlichen Kampf in der U-Bahn
Die Hitze und entsprechend die Klimaanlagen(-Luft)
Die Gerüche
Die Rotzerei
Die Huperei, generell den ständigen Lärm
Den löslichen Kaffee
Montag, August 25, 2008
Die kindliche Gesellschaft
Anlass dieser Schlussfolgerung war eine „Ausstellung“ von Pappmaschee-Comicfiguren in besagtem Park. Der gesamte Park, angelegt nach traditionellen Prinzipien chinesischen Park-Architektur, und sicherlich auf Feng Shui geprüft, wurde nun von grell-bunten überlebensgroßen Figuren aus Comics, Film und Fernsehen bevölkert. Begrüßt wurden wir von den Teletubbies. Ich bin mir auch sicher, dass sämtliche Pokemon Figuren vorhanden waren. Jedenfalls drängte sich angesichts dieser massiven Population an Spielzeugfiguren die Frage auf, ob die chinesische Gesellschaft eine eher kinderfreundliche oder doch eine infantile sei.
Ich bin der Überzeugung, dass sie definitiv letzteres ist (ohne damit ersteres ausschließen zu müssen). Chinesen haben kein Gefühl für Mode oder Stil, bunt muss es sein. Mit viel Klimbim, Strass, Glitzer, Gold und Silber - Hauptsache auffällig. Bonbon-Kleidchen, Zöpfe und pinke Haarspangen, am liebsten wären viele Chinesinnen wohl Prinzessinnen. Dagegen gibt es das andere Extrem: Schlafanzüge und Nachthemden auch außerhalb der eigenen vier Wände zu tragen, aber das ist wohl auch die Realisierung von westlichen Kindheitsträumen. Zu dem kommt eine nicht-erklärbare Vorliebe für Mickey Mouse auch bei Damen, die das dafür gemäße Alter weit überschritten haben. Für die gesundheitsbewussten Herrschaften stehen in den Compounds Sport-Gerätschaften bereits, die nicht nur auf den ersten Blick wie Kinderspielzeug wirken. Alles muss laut sein, lustig und Spektakel. Und ein Tisch in einem Restaurant, nachdem Chinesen dort gegessen haben, macht jedem Chaos nach einem erfolgreichen Kindergeburtstag gute Konkurrenz. Sich einen gewissen kindlichen Blick zu bewahren im Gegensatz zum überkandidelten und ewig-bedeutungsvollen Gehabe mancher Europäer ist sicherlich erfrischend. Aber die chinesische Kindlichkeit hat auch eine gewisse politische Dimension, in dem sie den Entwicklungsstand dieser Nation beschreibt. China ist eben noch in den Kinderschuhen hinsichtlich der Weltläufigkeit seiner Bürger. Darüber hinaus sind die kindliche Naivität sowie eine einfach durch Spektakel zu fesselnde Aufmerksamkeit auch nützliche Voraussetzungen, eine Diktatur aufrecht zu erhalten und eine apolitische Haltung zu kultivieren.
Dienstag, August 12, 2008
Land der unbegrenzten Möglichkeiten gegen Reich der Mitte

Zunächst einmal gibt es einen wesentlichen Unterschied, der sich durch den gesamten weiteren Vergleich ziehen wird und noch nicht mal direkt von den jeweiligen Ländern verursacht wird. Shanghai ist eine der größten Metropolen der Welt, Alpharetta ist ein Suburb-Dorf. Das bestimmt einen wesentlichen Teil des Lebensgefühls. Subway anstatt Auto. Maglev anstatt Marta. Laufen anstatt fahren. Reis statt Burger. Vielfalt statt Einfalt. Mittendrin statt außen vor.
Unabhängig von den jeweiligen Orten gibt es aber auch viele frappierende Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten, in denen sich diese beiden großen Länder nahe kommen, und sich von Europa/ Deutschland unterscheiden. Materialismus und Patriotismus sind hier wohl die Stichworte. In China wie in USA ist Shopping und Konsumieren eine zentrale Beschäftigung, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Für Amerikaner ist es ein selbstverständlicher, von Kind an gelernter Bestandteil des Lebens. Hier ist das Neue, das protzige Zeigenwollen des Kaufenkönnens. Nach langem Nichtkaufendürfen. Und die Shopping Malls sind noch eine Spur größer, eine Spur eleganter im Hinblick auf das gierig-aber-blind-machende *Potential* des Marktes.
Patriotismus ist der Kitt der diese großen Gesellschaften zusammenhält, wenn man das so plump behaupten darf. Das Zusammenschweißen einer Nation angesichts eines äußeren Feindes oder einer inneren Katastrophe lenkt von politischen oder wirtschaftlichen Problemen ab. Nationalismus, gepaart mit quasi natürlichen Überlegenheitsgefühlen der amtierenden Weltmacht einerseits und dem wörtlich gemeinten Reich der Mitte bestimmen ihr Handeln nach außen wie nach innen. Sie halten die Fliehkräfte der extremen Gegensätze in beiden Ländern im Zaum. In China existieren sie auf engstem Raum ohne einen geographischen Puffer wie dem zwischen Slum in Altanta und reichem Vorort in Alpharetta.
Doch trotz aller Gemeinsamkeiten darf man die großen Unterschieden, vor allem die offensichtlichen nicht vergessen. China ist eine Diktatur, die USA nicht. Als Ausländer merkt man die Unterschiede nur im Detail. Im langsamen Internet, in der ständigen Meldpflicht auf Reisen, in der Tatsache, dass ich für eine Service-Firma und nicht für eine Redaktion arbeite.
Dass die Öffnung Chinas noch nicht lange währt, spürt man durch das Aufsehen, das man als westlicher, und vielleicht auch noch blonder Mensch erregt, wenn man sich außerhalb der großen Städte bewegt.
Auf der persönlichen Seite, im alltäglichen Leben spielen diese Dinge jedoch kaum eine Rolle. In beiden Ländern bin ich schnell in eine deutsche Gemeinschaft reingerutscht, in Amerika gegen meinen Willen, in China war es durchaus erhofft. Diese Gruppen machen das Leben sehr viel einfacher durch gegenseitigen Austausch, gemeinsame Unternehmung und die Sprache. Aber sie halten ein wenig davon ab, am *wahren Leben* des Landes teilzuhaben. Man muss sich anstrengen, die wenigen Gelegenheiten wahrzunehmen, in dem sich wirkliche Einblicke oder interessante Menschen auftun. Allerdings sind diese Gruppen aufgrund der so viel größeren Sprachbarriere in China sehr viel wichtiger.
Was so das tägliche Leben angeht, macht die große Stadt die Verfügbarkeit von westlichen und insbesondere europäischen Lebensmitteln einfacher. Es gibt eine ganz interessante Mischung von Angeboten aus allen Ländern. Das war in USA nicht so einfach, denn da war man ja im Westen und europäische Produkte mussten mit den amerikanischen konkurrieren. Und die Amerikaner haben ja auch Brot und Kaffee und Bier und Käse, nur leider nicht so gut.
Mit den amerikanischen Kollegen bin ich schnell auf eine freundschaftliche Basis gekommen, die auch am Privaten kratzte, aber distanziert blieb. Der engere Kontakt zu Kollegen in China hat länger gedauert, erscheint mir zurzeit aber tiefer. Das kann am ähnlichen Alter liegen oder dass man mehr miteinander lacht. Und es sind weitere Unterschiede gegeben, die nicht notwendigerweise in der Natur der Länder liegen. Bei einem Unternehmen wie Siemens zu arbeiten oder in einer Mini-Redaktion macht den Unterschied eigenverantwortlich ein Projekt mit 50.000 Dollar Budget zu planen oder um jeden neuen Stift betteln zu müssen. Nur mit Jungs rumzuhängen oder nur mit Mädels gibt ein ganz anderes Lebensgefühl, und macht manches einfacher, anderes nicht.
Also, auch wenn sich der Vergleich vielleicht aufdrängen mag, hinkt er an einigen Ecken ganz doll. Aber grundsätzlich muss ich sagen, dass der Aufenthalt in USA die Entscheidung für China und das Leben in China erst möglich gemacht hat. Aber je länger ich in China bin, desto eigenständiger wird diese Erfahrung, desto weniger wichtig wird der Vergleich.
Mittwoch, August 06, 2008
Olympia
Am deutlichsten spürt man Olympia aber in den zunehmenden Sicherheitsbemühungen. Nach Anschlägen im April sitzen bereits seit einigen Monaten Sicherheitsbeamte in den Metro-Stationen und schauen in großes Gepäck. Diese Sicherheitschecks werden kontinuierlich strenger angewendet, im Shanghai Indoor Stadium gibt mittlerweile richtigen Sicherheitsscanner mit Flughafen-Equipment. Seit einigen Tagen sind alle kleinen Läden in den U-Bahn Stationen geschlossen und auch Getränke-Automaten sind außer Betrieb. Auch auf den Straßen sind viel mehr Sicherheitsleute präsent, ganz krass ist es am Shanghai-Center, wo wohl die amerikanische Delegation im Ritz-Carlton untergebracht ist. Ein Kollege von uns wurde in Beijing mit auf die Wache genommen, bis er alle Dokument wie Pass, Hotelbuchung und Flugtickets nachweisen konnte. Geschäftliche Visa zu bekommen ist mittlerweile praktisch unmöglich. So sehr sich auch die Chinesen über die Spiele freuen mögen, für Ausländer wird das Leben hier eher schwieriger. Hoffentlich werden es friedliche Spiele.
Dienstag, August 05, 2008
Mittwoch, Juli 16, 2008
Beijing Subway gegen Shanghai Metro
Preise: In Beijing kostet jede Fahrt 2 Yuan (20 Cent), egal wohin und wie lange. In Shanghai wird der Preis nach Fahrlänge berechnet und liegt zwischen 3 bis 7 Yuan. Als Abrechnungssystem benutzen beide Städte Plastikkarten, die mit dem entsprechenden Wert zu erwerben oder aufladbar sind. Zeitkarten, wie Monats- oder Jahreskarten sind unbekannt.
Information: Informationen über die Strecken sind in unterschiedlicher Qualität zu haben. Shanghai ist recht übersichtlich, mit großen Karten zum gesamten Netz und zu der jeweiligen Linie auf dem Bahnsteig. In Beijing gibt es diese Karten auch. Nur leider führen sie in Irre, weil auf ihnen das geplante Netz in seiner vollen Schönheit abgebildet ist. Das hilft leider nicht weiter, wenn man wissen will, ob man dort hinkommt oder nicht. Nur auf den Ticketautomaten außerhalb des U-Bahn Steiges sind die aktuell befahrenen Linien genau angezeigt. Leider sind die Durchsagen in den überfüllten alten Linien kaum zu hören. Und auch die Beschilderung zu den Ausgängen ist eher irreführend als hilfreich.
Ausbau: Hier hat Shanghai eindeutig die Nase vorn. Hier sind in den letzten Jahren und Monaten viele Linien neu eröffnet worden. Zu den bestehenden Linien 1,2,3 kamen 4, 6, 8 und 9 hinzu, an Verlängerungen wird noch gebastelt. In Beijing bestehen 1 und 2, Linie 5 ist wohl gerade neu eröffnet, wie auch die 12. Dann ist die 10 im Bau, da stehen auch schon viele Zugänge. Und es gibt noch Linie 8. (Wer ein System oder eine Logik hinter den Nummern entdeckt, bitte Bescheid sagen)
Modernität: Grundsätzlich wirken die Shanghaischen U-Bahn Tunnel moderner, mit mehr Rolltreppen und mehr digitalen Infosystemen. Allerdings machen sie in Beijing direkt im U-Bahn Tunnel so eine Art projizierte digitale Wand-Werbung, die zwar eher zu Augenschmerzen als zu einer Werbewirkung führt, aber wohl Ausdruck der immer stärker kommerzialisierten Gesellschaft ist.
Einen Pluspunkt erreicht Beijing durch entspanntere Passagiere, die nicht so heftig drängeln und boxen wie ihre Genossen aus Shanghai. Eng ist es aber immer noch.
Mittwoch, Juli 09, 2008
Weit im Westen
Das amerikanische Original ist witzig. Selbstironisch. Anspruchsvoll. Politisch inkorrekt und total unrealistisch. Der Präsident raucht. Es gibt Dialoge dieser Art: „Haben wir Texas mit diesem Witz verloren?“ –„Nein, Mr President, Texas haben wir verloren als Sie Latein lernten.“ Der Präsident hat einen Nobelpreis. Und Multiple Sklerose.
Freitag, Juli 04, 2008
Das Badezimmer ist die Vorhölle
Dienstag, Juni 24, 2008
Der Tag der vielen Fortbewegungsmittel
Freitag, Juni 20, 2008
Stupid Lao Wai (dummer Ausländer)
Dann wurde es kurz noch schlimmer als ich mit dem Shuttlebus nach Hongqiao fuhr, inklusive chinesischem Gedudel in der Endlosschleife, einer sehr vollen Blase, schlechten Straßen und morgendlichem Berufsverkehr mit entsprechendem Stau.
Und dann wurde es besser. Das Umbuchen war in weniger als zehn Minuten erledigt, und sicherlich einfacher und billiger als einen Zug mit Zugbindung bei der deutschen Bahn zu ändern.
Dann habe ich entdeckt, dass es bei McDonalds Pancakes gibt und der Kaffee wirklich gut ist. Und die schweißtreibenden fünf Meter, die ich zwischen Flughafengebäude und McDonalds zurückgelegt habe, überzeugten mich, dass noch drei Stunden warten in klimatisierten Räumen nicht die schlechteste aller Möglichkeiten ist. In Shenzhen scheint die Sonne. Das hatten wir in Shanghai seit Wochen nicht. Hier gibt es Hügel und sie sind grün. Es ist ruhiger. Es gibt Palmen. Es fühlt sich nach Urlaub an.
Freitag, Juni 06, 2008
Chinesisches Frühstück
Das sind Baozi, wohl am bekanntesten hier. Sie sind gefüllt, meist mit Hackfleisch. Der Teig darum kommt böhmischen Knödeln sehr nahe.
Jiaozi - ebenfalls gefüllte Teigtaschen, aber eher aus nudelartigem Teig. Die Füllungen variieren mehr, sehr lecker ist Spinat. Sie werden gekocht oder gebraten.
Frittierte Teilchen oder so was. Hatte ich süß erwartet, sind aber herb und sehr fettig.
Fladenbrot - wird nach Gewicht verkauft, und gibt es mit und ohne Schnittlauch. Auch sehr fettig. Außerdem gibt es noch Getränke, weiß meistens. Könnte Milchtee sein, ein Pulver, das man zu einer schleimartigen Konsitenz anrührt und dann sehr süß schmeckt.
Brotartige, frittierte Stangen - fettig!!! Aber lecker.
Hier wird so eine Art Pfannkuchen oder Crepe gebacken, oft werden sie mit dunklen Soßen oder eben Ei bestrichen.
Joghurt und Milch gibt es auch zu kaufen.
Ein Hoch auf billige Taxis
PS: Test test...1...2...3 (Ich bin wohl nicht mehr geblockt hier... )
Montag, Mai 19, 2008
ShangEyes IV
Um den Opfern des Erdbebens zu gedenken gibt es ab heute an drei Tagen drei Gedenkminuten. Schweigeminuten würde man wohl in Deutschland sagen. Aber das trifft es hier nicht annähernd. Damit auch keiner das Gedenken vergisst, ertönt um Punkt 14.28 Uhr eine ohrenbetäubende Sirene über der ganzen Stadt. Und die Chinesen in unserem Büro stehen auf der Terrasse und gedenken.
Seit Sonntag komme ich, dank meiner neuen Mitbewohnerin, in den Genuss einer weiteren chinesischen Annehmlichkeit: billigen Service-Kräften - also einer Putzfrau. Die "Ai", wie sie ihr genannt wird, kommt einmal die Woche und wischt nach chinesischer Art, einfach mal drüber. Und kostet 20 Yuan (2 Euro) die Stunde und ist damit verhältnismäßig teuer.
Donnerstag, Mai 15, 2008
ShangEyes III
In Sachen westlicher Musik sind die Chinesen schon erstaunlich schmerzbefreit. Last Christmas im April im Radio scheint da noch das kleinere Übel zu sein. In Suzhou fahren die Touristenshuttels auf der Fußgängerzone den ganzen Tag mit Jingle-Bells auf und ab. Und die Müllabfuhr hat Happy Birthday als Erkennungsmelodie.
Wenn man hier Männer mit sehr ausgefallenen, meist riesigen Handtaschen rumlaufen sieht, ist das nicht etwa Ausdruck eines besonders metrosexuellen Charakters dieser Stadt. Im Gegenteil, in einem etwas merkwürdigen Verständnis von Zuvorkommenheit ist es gentlemen-like, den Damen ihre ach so schweren und sperrigen Taschen zu tragen.
Haustüren scheinen nicht Teil der Häuser, sondern Teil der individuellen Einrichtung der Wohnungen zu sein. Jede Wohnung hat eine individuelle Tür, mit eigenen Schlössern und Guckvorrichtungen, je nach Sicherheitsbedürfnis.
Donnerstag, Mai 08, 2008
test
Chinesisch-deutsche Folter
Samstag, Mai 03, 2008
Geblockte Blogs
Vor allem im Internet merkt man schnell, dass da was nicht stimmt. Zum Beispiel wenn die internetbasierte Datenbank, mit der wir arbeiten plötzlich so langsam ist, dass wir einen ganzen Nachmittag nicht richtig darauf zugreifen können. Um Punkt fünf Uhr klappt es wieder, da geht der Geheimdienst dann wohl in den Feierabend.

Manchmal werden deutsche Online-Medien nicht oder nur unvollständig geladen, Bilder überhaupt eher selten. Mittlerweile ist die Wikipedia zwar zugänglich, aber manchmal ist der Artikel über die Volksrepublik gerade nicht verfügbar. Bei meinem Feed-Reader und meinem eigenen Blog habe ich mich immer gewundert, dass das so problemlos geht. Bis es mir letzte Woche wie Schuppen von den Augen gefallen ist: Es funktionierte überhaupt nicht alles. Plötzlich hatte ich über 80 ungelesene Feeds, wovon eben einige Blogs die Feeds der letzten drei oder vier Wochen enthielten. Die waren offensichtlich geblockt worden hier, weil sie das Wort Ty-Bett enthielten. Zwar war ich bei einigen verblüfft, dass sie so lange nichts gepostet haben, hatte aber nicht weiter darüber nachgedacht.
Jetzt versuche ich noch herauszufinden, ob die Wächter in unserem Compound vielleicht so was wie Stasi-Mitarbeiter sind.
Freitag, Mai 02, 2008
Chinesische Freizeitzeitbeschäftigung
Singen im Jin'an Park
Laufenlernen
Schlafen auf der Straße
Paddeln auf dem Teich im Fuxing Park
Sich im Tai Chi (oder sowas) üben im Blumenbeet vom Fuxing Park
In riesigen Gummiteilen übers Wasser rollen
Sonntag, April 27, 2008
Sonntagmorgen, 10 Uhr...
Um 10 Uhr. Und dann steigt das Hochzeitspaar aus der Limmo.
Samstag, April 26, 2008
Chinesische Streichelheiten
Dienstag, April 22, 2008
Bierchen in netter Gesellschaft
Donnerstag, April 17, 2008
ShangEyes II
Das chinesische Äquivalent zur Storch-Geschichte, um Kindern zu erklären, wo sie eigentlich herkommen ohne sie ernsthaft aufklären zu wollen, ist hier die I-picked-you-up-in-trash-Geschichte. Da mag ich den Storch irgendwie lieber.
Spülen führt zu Größenwahn. Endlich bin ich mal nicht mehr überall die Kleinste und muss mich sogar beim Spülen runterbeugen.
Nachtrag zum Rotzen: Auch wenn es wirklich eklig ist, diese zwei Begegnungen dürfen hier nicht fehlen. Neulich in der U-Bahn neben mir, ein sichtlich ärmer gekleideter Mann zieht lautstark einen hoch. Und bevor ich es fassen kann, rotzt er auf den Boden neben mir und verreibt das ganze auch noch genüsslich mit seinem Schuh. Und ich musste da durch. Brrrr.
Dann, ein paar Tage später, im Supermarkt an der Kasse, genau das gleiche Geräusch. Und dachte nur, was macht die jetzt damit. Und die Antwort kam auch sogleich: Sie rotzte in eine Einkaufstüte hinein.
Mittwoch, April 16, 2008
BILD in China
Ein Grund mehr, die BILD zu verurteilen, wenn sie dazu führt, als Generalisierung westlicher Medien wahrgenommen zu werden, und damit Futter für chinesische Propaganda-Maschinerie liefert. Was der chinesische Kommentator allerdings wohlweislich übersieht, ist die zivilgesellschaftliche und auch berufsständische Selbstkontrolle solcher Medien. Und das es eben andere Medien geben darf, die diese falsche, nachlässige oder effektheischende Berichterstattung richtig stellen.
Samstag, April 12, 2008
Clash of Cultures
Dienstag, April 08, 2008
Mein chinesischer Name
Montag, April 07, 2008
ShangEyes - kurz berichtet I
Chinesen rotzen, das Vorurteil stimmt. Wenn dir ein alter Mann entgegenkommt und das gurgelnde Geräusch des Hochziehens ertönt, ist das schon eklig. Wenn das aber eine junge, gutaussehende Chinesin tut, ist es mehr als das.
Grüne Ampel heisst nicht gleich grün, zumindest nicht für Fussgänger. Weder die Linksabbieger noch die Rechtsabbieger nehmen Rücksicht darauf, fahren dich fast an und hupen permanent. Fahrradfahrer und Roller beachten keine Ampeln und auch der Gehweg wird dann und wann (von Rollern) benutzt. Und ebenso freigehupt.
Anschnallen ist wohl verpönt. Zwar sind die Taxis alle damit ausgestattet (deutsche Autos halt), aber die Sitze sind immer schick in weisse Überzüge verpackt, so dass anschnallen unmöglich ist.
Die Mischung an verschiedenen westlichen Einflüssen hier ist sehr interessant, vor allem wenn man zuvor in USA war, fallen einem einige Dinge ins Auge. Das grundlegende Design zum Beispiel der Wohnung ist amerikanisch. Man steht sofort im Wohnzimmer, die Türen das Klo und die Spüle sind amerikanisch, ebenso das gechlorte Wasser. Die Details sind deutsch: die Wasserhähne von Grohe, die Waschmaschine von Siemens.
grrrrr - willkür
Sight-Seeing, Essen und Märkte

Die erste Woche wird nicht lange das letzte „erste“ bleiben, es gibt hier so viel zu entdecken. Gestern also das „erste“ richtige Sight-Seeing, wenn auch mit eher schlechtem Wetter. Da erscheint selbst die so bunte, blinkende und werbeverseuchte Nanjing-Einkaufsstrasse trist und grau. Und nach dem 100sten aufdringlich von der Seite gequatschten „watch bags shoes“ „lookilooki, cheapicheapi“, steht der erste Chinesen-Koller kurz bevor. Das kann auch der Blick vom Bund auf das regenverhangene Pudong nicht retten (hatte der Oriental nicht noch eine zweite Kugel weiter oben...?). Die Altstadt Shanghais war beleuchtet sehr nett anzusehen, und vermittelt eine Idee, wie China mal ausgesehen haben könnte. Nur McDonalds und sonstige Essens-und Kaffeeverkettungen sowie die ewig nervenden Verkäufer stören hier. Dafür gibt es mal wieder erfreuliches von der Essen-Front zu vermelden. Ich war mit einer deutschen Kollegin unterwegs, die in Wuhan studiert hat und chinesisch spricht. Also hab ich mal auf die ersten kontrollierten Experimente eingelassen: „fish-flavored pork“ – hat rein gar nichts mit Fisch zu tun, das sind Streifen von zartem Fleisch mit Bambus-Streifen in einer leckeren dunklen Soße. De Tofu in dunkler Soße hatte eher glibbrige Konsistenz und war auch nicht so lecker, dafür das Rührei mit großen Stücken von etwas Schnittlauch-Artigem um so mehr. Abends gab es erst einen kleinen Snack von der Straßen-Garküche: gegrilltes Hühnchen und Pilze, dann frische Nudeln mit Gemüse und Schuhsohlen-Fleisch aus einer Uiguren-Küche; bis auf letzte Zutat wirklich lecker.
Interessant scheinen auch die einzelnen „Märkte“ zu sein. Am Freitag war ich mit auf dem Stoffmarkt, hier lässt man sich neue Kleider maßschneidern, nach Modellen, die überall rumhängen oder eigenen Vorschlägen (auf eigene Gefahr). Dann gibt es wohl so genannte „Fake“-Märkte, da bekommt man dann die „cheapi cheapi bags“ auf dem Servierteller und freiwillig. Ab und zu wird man gefragt, ob man schon mal auf einem „richtigen chinesischen“ Markt gewesen sei. Auf die fragend hochgezogenen Brauen kommt die Konkretisierung: „der mit den lebendigen Tieren und so“. Ähhh nein. Ich glaub auch nicht, dass ich das will.
Samstag, April 05, 2008
Die erste Woche 28.3-4.4.
So langsam füllt sich unser Büro, im Laufe der Woche sind noch zwei weitere Mitarbeiter eingetroffen: ein Chinese, der deutsch spricht und eine Deutsche, die chinesisch spricht. So Babel continues... Ich merke, dass es meinen Englisch-Kenntnissen ganz gut tut, zum Teil denke ich auch in Englisch. Inhaltlich ist mein Arbeitsgebiet nun auch so weit festgelegt. Zum einen schreibe ich für das Magazin und habe auch schon vier Aufträge für die nächste Ausgabe. Zum anderen werde ich Marketing machen. Was konkret heißt: Abos verkaufen. Wir haben eine Liste von Free-Subscribern, die nun von mir angerufen werden, ob sie nicht für ihr Abo bezahlen wollen. Das wird harte Arbeit.
Das Haupt-Thema, dass man mit den Deutschen hat: Wie kommt man an westliche Nahrungsmittel. Shanghai ist in dieser Hinsicht eine Insel. Hier wohnen mittlerweile so viele Ausländer, dass es auch ganz gut mit Angeboten für diese versorgt ist. (Die Auslandscommunity heißt hier übrigens Expats, ein Begriff, den ich in USA nie gehört habe.) Aber auch hier existieren die zwei großen Probleme, die Deutsche (oder nur ich?) im Ausland haben: Brot und Kaffee. In Sachen Brot dominieren hier wieder die Amis und auch die Franzosen, es gibt Kätschel-Brot und Baguette. Vollkorn – leider Fehlanzeige. Zudem sind die Preise auch entsprechend hoch. Kaffee gibt es fast ausschließlich in löslicher Form, vorwiegend als gesüßten Cappuccino. Und ist noch teurer. (Es lebe Starbucks!) Ein weiteres Problem: was drauf aufs Brot. Scheibletten-Käse? Bähh. Richtiger Käse? Teuer! Gestern Philadelphia gefunden, nur leider auch wieder mehr Cream-Cheese als Frischkäse. Nächste Woche organisieren wir einen Betriebsausflug zum deutschen Metro-Laden.
Nebenbei probiere ich das Essen in unserer „Kantine“ weiter aus, mit gemischten Ergebnissen. Einmal gab es Fisch, der zum Großteil aus Gräten bestand, nicht essbar, auch wenn er lecker gewürzt war. In der Suppe dazu schwamm was Glibberiges. Und so was wie ein Schnitzel mit Stäbchen zu essen, ist auch eine spezielle Erfahrung. Meistens sieht es ungewohnt oder auch eklig aus, schmeckt aber dann ganz gut. Der Reis ist immer lecker.
Donnerstag, April 03, 2008
Erster Arbeitstag 31.3.

Ziemlich erschöpft ist wohl eher untertrieben. Der Jetlag haust noch in meinem Körper. Das Frühzubettgehen angesichts des ersten Arbeitstages war gut gemeint, aber am Ende habe ich um 3h das letzte Mal auf die Uhr geguckt, was netto weniger als vier Stunden Schlaf bedeutete. Auch der Rest meines biologischen Systems steht noch auf GMT+1. Frühstück um 7 also um 1 Uhr nachts (Sommerzeit)? Mittag um kurz vor 6? Nee, so ganz passt das noch nicht.
Vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn steht zunächst das Abenteuer Arbeitsweg. Mit der U-Bahn. Und ungefähr 100 Millionen anderen Chinesen. Beim ersten Zug war ich noch zaghaft und schreckte zurück, als die duzend Chinesen pro Tür auf dem Bahnsteig den letzten Quadratzentimeter gewaltsam erkämpften. Im nächsten war ich dann selbst ein erfolgreicher Kämpfer. Erschreckend war allerdings das Bild beim Umsteigen, als auf dem Gegensteig nicht nur ein Duzend pro Tür, sondern zwei Drittel des kompletten Bahnsteigs voll mit drängelnden Menschen standen.
Im Büro wurde ich mit Informationen zugedröhnt, Technik in Gang gebracht, die ersten Aufgaben zugeteilt und am Ende das komplette Adressbuch gelöscht (was auf wunderbare Weise zu Hause wieder auftauchte...). 1800 Inlays ins neue Magazin gelegt, eingetütet und zugeklebt. Zu wenig (s.o.)., dafür endlich chinesisch gegessen. Eine rote Suppe mit Kartoffeln, Salat mit Öl, frittiertes Hühnchen und Reis. War ok, aber auch nicht überragend. Achja, vom Klo kann man auf den Jinmao gucken. Noch besser allerdings von der Terrasse. Nette Kollegen, nette Atmosphäre. Vor allem durch die schon fast babylonische Sprachverwirrung. Deutsch, englisch und chinesisch sind schon verwirrend, dann kommen noch die Dialekte dazu: österreichisch und kantonesisch und wohl auch shanghaiisch. Also ein weiterer Anreiz, dringend ein bisschen chinesisch/mandarin zu lernen. Und kalt ist es. Noch. In zwei Monaten werde ich das bestimmt schon widerrufen und mich freuen, im Luftzug zu sitzen. Also, ergibt das ein insgesamt optimistisches Fazit.
Mittwoch, April 02, 2008
Das erste Wochenende 29.+30.3.
Zum Beispiel: Außerhalb der großen Stadt gibt es noch Rinnsale, die als Klo dienen. Ohne Kabinen und so, versteht sich. Und da kommen die Chinesen schon mal ein bisschen näher, wenn man sich als Frau hinhockt, um zu prüfen, wie es denn da unten bei den Ausländern aussieht. Oder: Frauen, die rauchen sind automatisch Nutten. Es dürfen nur Männer und Nutten rauchen. Wenn also eine Frau raucht, muss sie eine Nutte sein.
Heute war ich mit meiner Mitbewohnerin in einem kleinen neu gebauten Touristen-Viertel essen, in das es vor allem Ausländer zieht. Wir haben uns einen Burito geteilt. Shopping auf der Huaihai Road am Sonntag. Dort schrumpfen Abstände der bereits genannten Gegensätze von 50m auf praktisch null. Schicke Läden, Adidas, Armani Exchange und ähnliche wechseln sich ab mit Blicken durch eiserne Tore auf die dahinter liegenden Bruchbuden.
Dienstag, April 01, 2008
Flug und erste Eindrücke
Dann war ich auch schon in Dubai. Dank der Verzögerung beim Abflug und wohl einer Ehrenrunde bei der Landung war mein Aufenthalt dort von 2 auf 4 Stunden geschrumpft. Gegenüber Frankfurt ein wahres Shopping Paradies, aber nach einer Stunde ist man dann auch durch (und zur Erinnerung: 8kg Rucksack!). Nach einer ausgiebigen Tour durch einen Duty Free und einen noch ausgiebigeren Aufenthalt an dessen Kasse (wie transportieren die Leute bloss das ganze Zeug, haben die sonst kein Gepäck?), einigen Souvenierfotos, hieß es dann mal wieder warten.
Der Flug nach Shanghai war komplett ausgebucht und mein Fensterplatz erwies sich als Sardinendose mit Ausguck auf Wolken. Der Pakistaner neben mir versuchte sich mit mir auf Englisch, bzw. was er dafür hielt, zu unterhalten. Trotz meines ständig fragenden Gesichtsausdrucks und am Ende purer Ignoranz, gab er nicht auf. Zudem stank er nach Schweiss und Füßen und machte sich ganz schön breit. Irgendwie hab ich dann doch ein paar Stunden geschlafen, mir „Elisabeth“ reingezogen und ein eher mäßiges Omelette mit Pilzen gegessen und sehr amerikanischen Kaffee getrunken. Der Landeanflug auf Shanghai war eher unspektakulär, um nicht zu sagen beängstigend. Nach ein bisschen Wasser mit vielen Schiffen kommt Feld. Und noch mehr Feld und dann ist man aufgesetzt. Auf dem Feld. Nix Stadt. Kein Vorteil, einen Fensterplatz gehabt zu haben, hmpf.
Das Auschecken war problemlos und Johnny, der mich abholen sollte, hab ich auch schnell gefunden. Und nun wurde es doch noch spektakulär: Maglev fahren. 430 km/h. Irgendwie ironisch, denn meine letzte deutsche Schlagzeile handelte vom gecancelten Transrapid in München. Mit dem Taxi ging es weiter Richtung Innenstadt, in der die Rushhour erbarmungslos wütete. Johnny unterhielt sich abwechselt auf englisch mit mir und chinesisch mit dem Fahrer. Nach gut 50 Minuten waren wir dann am Ziel: Xinzha Road. Wohnung im 6.Stock, natürlich ohne Fahrstuhl. Ohne Johnny hätte ich die 20kg wohl nicht hochgekriegt, zumindest nicht am Stück. Der erste Eindruck der Wohnung: was für Schlampen. Der zweite Blick vertiefte diesen Eindruck. Es stinkt nach Müll, der Schimmel springt mich aus dem Kühlschrank und dem total verstopften Abfluss an, überall liegt Zeug rum und das Licht im Bad geht nur über die Sicherungen, inder Küche gar nicht. Mein Zimmer ist nur ein bisschen versifft. Das Haus ist hellhörig (Chinesen hören offensichtlich gerne Akkordeon Musik) und die Straße ganz schön laut (Chinesen hupen offensichtlich gerne). Sonst ist die Wohnung eigentlich ganz nett, großer Wohnraum, anständige Zimmer und gute Lage.
Nach einer kurzen Besichtigung der Wohnung, will mir Johnny noch schnell den Weg zur U-Bahn zeigen, den er selbst nicht kennt. Nach einigen Umwegen und drei Mal nachfragen haben wir es gefunden. Der erste Eindruck von der Gegend ist gemischt. Viele große Straßen, kleine und große Läden. Geht man um eine Ecke, kann man Zeitsprünge bis zu 30 Jahren machen. Es gibt moderne Fitnessstudios und Banken, und 50m weiter schäbige Kleinst-Läden und Gebäude, die eher Verschlägen als Häusern ähneln. Hochhäuser umragen ältere Viertel mit Häuser-Hütten, die gerade mal ein weiteres Stockwerk haben und vor der Tür in Bottichen gewaschen wird.
Samstag, März 29, 2008
Abschied: 27.03.08

Die letzten Bilder eines vorfrühlingshaft grauen Deutschlands ziehen schemenhaft vorbei. Die Reste des spätwinterlichen Schneeeinbruchs sind noch sichtbar und vereinzelte Schneeflocken versüßen die Aussicht auf 18-20 Grad in Shanghai. Ich sitze im Zug zum Flughafen, wo ein Flieger von Emirates darauf wartet, mich nach Shanghai zu bringen. Für knapp sechs Monate.
Zeit Abschied zu nehmen. Zeit für eine Mischung aus Vorfreude und Unsicherheit, Abschiedschmerz, Tränen und Abenteuerlust. Nur das penetrante Geschwätz der Sitznachbarn - offensichtlich zwei Mittvierziger-Pärchen auf dem Weg zum Pauschal-Abenteuer - stört die melancholischen Reflexionen zwischen zwei Welten. Also, Ohrstöpsel rein, REM drauf und Gedanken sortieren.
Auch wenn ich versuche, so wenig Erwartungen wie möglich zu haben, vermeiden lassen sie sich nicht, und ein paar Hoffnungen gibt es auch.
Ich erwarte ein Land voller Gegensätze im Umbruch, gerade angekommen in der Moderne, mit einer langen Geschichte, die mit allen ihren Verwerfungen weiterwirkt. Ein Land voller Menschen, deren Sprache und kulturellen wie sozialen Verhaltensweisen ich nur rudimentär verstehe. Ich erwarte eine gewisse Abfederung des Kulturschocks durch eine westlich geprägte Umgebung, bedingt durch den Metropolencharakter Shanghais und den Job in einer deutschen Redaktion.
Ich hoffe auf offene und interessante Menschen, auf einen wirklichen Einblick in das chinesische Leben. Ich hoffe darauf, meinen Blick für China zu schärfen, ein Gefühl für das Land zu bekommen. Ich hoffe, dass ich den Job mag und er mich persönlich wie beruflich weiterentwickelt. Ich hoffe, dass ich mit diesem Abenteuer nicht meine Beziehung riskiere.
(Wenn man wüsste, wie schwer der Abschied im Moment des Abschieds fällt, würde man dann weg gehen? Sagt die Intensität des Schmerzes etwas über die Stärke der Bindung oder etwas über ihre Zerbrechlichkeit aus?)
Über dieses konkrete halbe Jahr hinaus ist dieses Praktikum auch der - wohl eher weiche - Übergang in die berufliche Realität. „Weich“ auf verschiedene Arten: Es ist „nur“ ein Praktikum, also keine harte Bewährungsprobe und bekannt aus dem Studium. Durch Freund und Freunde bin ich weiterhin dem studentischen Milieu verbunden. Die finanzielle Seite ist auch eher ernüchternd: Ich habe einen akademischen Grad erreicht, aber inwiefern dieser mir mittelfristig ein Leben über dem studentischen Niveau erlaubt, ist ungewiss. Also, los geht’s.
Samstag, Februar 23, 2008
Freitag, November 09, 2007
Irrungen + Wirrungen
Samstag, Oktober 20, 2007
Visionen + Illusionen
Auch wenn es ein sehr treffendes Beispiel war, das ich Prof. Patzelt zu verdanken habe. Dieser argumentiert nämlich, dass eine Partei, die sehr lange in der Opposition war, unbedingt mal wieder an die Regierung muss, um dort ihre lange umhätschelten Ideen und Visionen mit den Härten der Realität zu konfrontieren. Ähnliches gilt für langjährige und/oder eingefleischte Singles, die ab und zu mit Realitäten einer Beziehung konfrontiert werden müssen, damit sich die Illusionen, die man sich über den zukünftigen Traummann resp. Traumfrau macht, nicht in gottähnliche Sphären verabschieden.
Mittwoch, Oktober 10, 2007
Verlierer haben mehr Glück.
Ich verliere ständig Dinge. Brillen, Schals, Pullover, Schlüssel, Handys und Portemonnaies bevorzugt. Der Satz "wenn dein Kopf nicht angewachsen wär", trifft nicht nur metaphorisch auf mich zu.
Gut, daran ist wohl nichts zu ändern. Allerdings habe ich eine Menge Glück. Glaube ich zumindest, denn ich finde die meisten Dinge wieder. Das Gefühl, sein Portemonnaie beim Fundbüro abzuholen - und sich unendliche Wege zur Wiederbeschaffung der Papiere zu sparen - ist toll. Das unwiderbringlich verloren geglaubte Handy wieder in der Hand zu halten ist ein wahrer Glücksmoment. Und das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Mitmenschen steigt enorm.
Mir ist schon klar, dass man weniger Ärger und weniger Stress hätte, wenn man seine Sachen erst gar nicht verliert. Aber man hat auch weniger Glück. Auf diesem Weg ein großes Danke an alle Finder!
Donnerstag, August 30, 2007
Fachkräftemangel in Deutschland...
Fernsehentzug war definitiv eine meine besseren Entscheidungen im letzten Jahr. Und ich fühle mich auch (fast) geheilt. (Tool Time ist auch in der 318. Wiederholung rückfallgefährdend).
Freitag, August 24, 2007
Zu Hause, zweiter Teil
irgendwie doch zu Hause. Kuschu feiert. Fühlt sich so normal an. Kopiert, organisiert, Druckerprobleme, Internetprobleme, Gummibärchen gefuttert, alles wie immer...?
... nein nicht ganz, neue Gesichter, Michael Naumann, eine fette Anlage, eine neue Kaffemaschine, ein blauer Elefant...
vertraut und doch fern...
Freitag, Mai 18, 2007
Zuhause in Dresden
Sonntag, April 22, 2007
Wofür braucht man eigentlich noch ein Festnetz-Telefon?
Mittwoch, April 11, 2007
Zu Hause
Gestern Abend um Viertel vor 9 passierte es dann, ich fühlte, jetzt bist du da. Als ich gestern Abend um 20.45 Uhr nach elf Stunden die SLUB verließ, total matschig im Hirn, wusste ich, jetzt bist du angekommen. Angekommen in dem Leben, nach dem du dich fünf Monate gesehnt hast. Zu Hause.
Donnerstag, März 29, 2007
Mietvertrag auf Raten
Einen Mietvertrag im Osten dieses Landes abzuschließen sollte eigentlich eine einfache Angelegenheit sein, ist ja genug davon da. Theoretisch könnte das so aussehen: Man findet Wohnraum, wird sich einig, gibt die Einwilligung zur Schufa-Auskunft im Ernstfall und unterschreibt einen Vertrag.
Praktisch und im Detail heißt es bei der großen nun privaten Gesellschaft, die Dresden einen so großen Geldsegen bescherte.
1. Termin: Reservierung der Wohnung, gleich mal den Perso kopieren.
2. Termin: Abklärung der Dokumente, die benötigt werden sowie Terminvereinbarung zur Begutachtung derselbigen Dokumente (Bürgschaft, Perso des Bürgen, Einkommensnachweis des Bürgen, Mitschuldenfreiheitsbestätigung des Vorvermieters)
3. Termin: Begutachtung der Dokumente und Terminvereinbarung für die Unterschrift des Mietvertrags
4. Termin: Unterschrift des Mietvertrags, Terminvereinbarung zur Wohnungsübergabe
5. finally: Wohnungsübergabe
Bin ich naiv, dass ich glaube, dass das auch schneller und effizienter geht? Denn pro Termin war eine halbe Stunde Wartezeit einzurechnen, da die "Kundenberaterin" Beschäftigung vortäuschte (wenn man anbot, später wieder zu kommen, ging’s plötzlich ganz schnell...)
Freitag, März 02, 2007
Gebrauchsanweisung fuer Amerika
Der Homo Americanus:
„Fuer den Europaer, der seiner demokratischen Tradition gemaess die Aufgabe des Staates im wesentlichen darin sieht, den Menschen vor dem Menschen zu schuetzen, ist die Entdeckung fasznierend und zugleich erschreckend, dass der Amerikaner von der Obrigkeit gerade darauf pocht, worauf die Menschen in totalitaeren Regimen liebend gerne verzichten wuerden – naemlich die staatlich oktroyierte, allgemeinverpflichtende Definition von Idealen, Auffassungen und Werten.“Dies geht einher mit einem Drang zum Konformismus, mit dem sich jedes kommunistische System sehen lassen koennte. Mir ist es besonders deutlich durch das Strassenbild der immer wiederkehrenden Fastfood, Einkaufs- und Hotelketten, sowie einen extrem vereinheitlichenden Baustil aufgefallen.
„Waehrend es fuer einen Europaer eine Beleidigung ist, ein Dutzendmensch genannt zu werden, hat der Amerikaner eine grosse Angst davor von der Gruppennorm abzuweichen. Andersein bedeutet Ausstossung aus der Gruppe, bedeutet Aechtung.“Danach sieht man amerikanische Highschool-Serien ploetzlich mit ganz anderen Augen, wie man ueberhaupt amerikanische Serien nach einer Weile hier, mit einem neuen Hintergrundwissen, ganz anders wahrnimmt. Aber auch die Politk, sowie die heeren Begriffe von Gleichheit und Freiheit bekommt einen ganz anderen Stellenwert.
„In Staaten, wo, wie erwaehnt, die praktischen Gegebenheiten im Bedarfsfall viel eher den Idealen geopfert werden (noch mal genau lesen, was da wem geopftert wird!), wird es einem klar, wie sehr Gleichheit eben zur Konformitaet der Ideale und Werte verpflichtet und wie diese dadurch noch wirklichkeitsfremder werden, als die es meint ohnedies schon sind.“
Der Homo Americanius ist in einer tiefen Naivitaet, Unschuldigkeit und Idealisierung seiner Umwelt gefangen, die Watzlawik vor allem aus der amerikanischen Vorstellung vom Glueck und dem verfassungrechtlich verbrieften Streben danach ableitet.
„Es ist die Ratlosigkeit des Amerikaners darueber, wie Gutes einem nicht nur keine Liebe einbringen, sondern zu boesen Folgen fuehren kann.“
Das erklaert ein wenig eine Unterhaltung, die ich mit einer aelteren Dame ueber den Praesidenten fuehrte. Sie aeusserte Mitgefuehl, ja sogar Mitleid fuer seine derzeitige Lage und er habe doch immer nur das beste gewollt, er sei doch auch nur ein Mensch und ma solle ihm nun gefaelligst zur Hilfe kommen und ihn nicht so niedermachen. Neben naivem, kindlichen Glauben an Ideale schwingt hier eine weitere Besonderheit des Amerikaners mit, sein Verhaeltnis zum Praesidenten.
„Die Entdeckung der moralischen Hinfaelligkeit oder auch nur der menschlichen Schwaeche des supervaeterlichen Praesidenten ist fuer ihn anscheinend eben so traumatisch wie (zumindest laut psychanalytischer Theorie) das Trauma des Kindes, das seinen Vater beim Geschlechtsverkehr mit der Mutter ueberrascht. Doch waehrend sich die psychoanalytische Urszene meist nur einmal ergibt, wiederholt sich diese politische Urszene alle vier Jahre.“
Montag, Januar 22, 2007
The American Way of Fondue
Mittwoch, Januar 03, 2007
Tuetenwahnsinn
Hier mein Silvester-Einkauf:
1 Flasche Wein, 1 Flasche Sekt, 1 Tuete O-Saft = 3 Items; und nein, es sind nicht 3 Tueten sondern 5.

Anstatt grosse, stabile Tueten zu produzieren, dienen viele kleine unhandliche fuer diesen Zweck.
Fazit: umweltschaedlich und auch noch unpraktisch...
Dienstag, Dezember 05, 2006
Dinge, die ich in Deutschland nie getan haette
Hooters kennengelernt: ist der Tatsache geschuldet, dass ich zu viel mit Jungs rumhaenge. Allerdings lernt man viel ueber Gruppendynamik und Rudelverhalten.
Karaoke singen: oook habe ich in Deutschland auch einmal getan, aber da stand ich unter Adrenalin und viel Alkohol (Wahlabend 2005). Ich bin eben auch nicht vor Gruppendynamik gefeit.
Borat geschaut: eine Folge von den beiden vorgenannten Aspekten (zu viele Jungs und Eigendynamik) + Aussicht auf Kneipenabend danach, der nie stattgefunden hat, alles Weicheier hier ;-).
Was hier auch hier nicht getan habe bzw. vermeiden konnte: Shooting Ranch,
Donnerstag, November 30, 2006
Symptome einer fortgeschrittenen Amerikanisierung
- Ohne drueber nachzudenken im Jogging-Anzug/ Schlafanzug einkaufen gehen
- Autos nicht mehr nach dem Verbrauch beurteilen, sondern nach ihrer Groesse
- Sich ueber Benzin-Preise von mehr als 2 Dollar (1,51 Euro, Kurs von heute) die Gallon (4 Liter) aufregen
- Drive-Ins nutzen: Essen, *bux (Starbucks;-), Geldautomaten, Apotheke....
- Einkaufswagen einfach irgendwo abstellen (kost ja nix, lange Wege)
- Selbstverstaendlich rechts ueberholen (auf einer 2 spurigen Strasse noch komisch, ab 4 Spuren unvermeidlich)
- Im Supermarkt automatisch nach der groesseren Packung greifen
Hmm, hat alles mit Essen und Autofahren zu tun...
Mittwoch, November 29, 2006
Grosse-Stadt-Fieber
Und noch nicht mal ein schlechtes Gewissen meiner derzeitigen grossen Liebe gegenueber. Hamburg ist nur noch der erste Schritt. Das Ziel ist New York. *Schmacht*
Mittwoch, November 15, 2006
GAU
Mittwoch, November 08, 2006
Allen Vorurteilen zum Trotz
Mittwoch, November 01, 2006
Amis + Autos
Amis und ihre Autos scheint das ergiebigste Thema zu sein.
Praemisse: Autofahren ist ein Recht, ein Grundrecht. Alle sollen es koennen duerfen. Alle muessen es koennen. Da wird irgendwann ein Zirkelschluss raus. Die Konsequenz daraus ist aber eben nicht, dass es alle besonders gut koennen. Im Gegenteil, man wird staendig von Deutschen gewarnt, bloss nicht so wie in Deutschland zu fahren, sondern zu jeder Zeit mit allem Moeglichen zu rechnen. Rechts ueberholen, abruptes Bremsen ohne ersichtlichen Grund und Abbiegen ohne Blinken seien da noch die geringsten Probleme. Ich persoenlich habe noch keine schlimmeren Erfahrungen gemacht. Es wird den Amerikaner halt besonders einfach gemacht, Auto zu fahren: Automatik, relativ breite Strassen, geringe Geschwindigkeiten (das schnellste was ich bisher gefahren bin sind 70 Meilen), wenige Regeln und einfache Strassenschilder. Wobei das einfach ein besondere Bedeutung hat, es sind vor allem sprachlich ausformulierte Schilder. Wo man in Deutschland Pfeile, Farben und Symbole benutzt, wird hier geschrieben. Muss man eben nicht auswendig lernen, setzt allerdings voraus, dass man englisch kann, was auch nicht mehr so selbstverstaendlich ist hier. „Rund und rot, heisst Verbot“ gibts hier nicht. Dafuer „Speed Limit“, „Wrong way“, „Yield“. Blaue Pfeile werden als „Right lane must turn right“ uebersetzt. Rechts vor links gibts auch nicht, dafuer Stoppschilder an allen 4 Seiten einer Kreuzung. Die Vorfahrt funktioniert nach dem Motto, first comes, first goes. Der ostdeutsche und hamburgische „gruene Pfeil“ gilt hier immer, man darf an roten Ampeln rechts abbiegen, es sei denn es steht was Gegenteiliges geschrieben. Das Netteste sind aber die Hinweisschilder auf die Strafen fuer Verkehrsuender: $100 ist das Minimum.
Freitag, Oktober 27, 2006
To Do List
- Dinge, die ich in Deutschland nie tun wuerde (hier aber getan habe)
- wer wird der naechste US Praesident (Obama? nicht Osama)
- amerikanischer Wahlkampf, schmutziger denn je...(--> going dirty)
- Amis und Autos, Verkehr, Stassenschilder
- Paradoxien und Gegensaetze in den USA
- kleine Dinge, die einen Unterschied machen
- war da nicht noch ein "Stoeckchen" von Gernot?
Dienstag, Oktober 10, 2006
Angekommen - Alpharetta, GA
Nun bin ich schon seit 2 Wochen in den USA, Zeit fuer einen ersten Lagebericht.Trotz aller Befuerchtungen, doch irgendein Dokument vergessen, gar nicht oder sogar falch ausgefuellt zu haben, bin ich in die Vereinigten Staaten von Amerika eingereist. Nach einer gefuehlten Reisezeit von ca. 48 Stunden (wenn man davon ausgeht, dass ich um 16Uhr Montag nachmittag in Dresden losgefahren bin und um 6 morgens MET am Mittwoch in Alpharetta war, ist das gar nicht so abwegig). Es war eine Reise fast ohne Pannen: einmal Verfahren in Dortmund, Feuerzeug entsorgt in Duesseldorf (kostet angeblich $250), problemloses Umsteigen in New York, Einschlafen im Stau auf 8/16-spuriger Interstate in Altlanta, angekommen um 23.30 Ortzeit in Alpharetta.
Begruesst wurde ich dann vom Jim, meinem “Landlord”, wie das so schoen auf englisch heisst, “stilvoll” mit Yorkshire-Terrier auf dem Arm.
Das Haus ist einstoeckig, dafuer sehr lang gezogen. Jim hat es bereits mit 20 gekauft, was hier normal zu sein scheint. Das ganze ist auf einem grossen Grundstueck an einer Hauptstrasse gelegen. In ernsthafter Sichtweite ist nur ein Nachbar, der uebrigens Ziegen (jaha Ziegen!) haelt und eine gewisse Affinitaet zu seinem riesen Rasenmaeher-Truck-Ding hat.

Inzwischen habe ich mein Zimmer gewechselt (rechts: Blick aus meinem Fenster...) , da der zweite Praktikant nun abgereist ist und erst am Donnerstag der naechste kommt, der mein altes (kleines, gruenes) Zimmer bekommt. Ich geniesse nun also wieder die Vorteile eines eigenen Badezimmers und eines riesigen Wandschrankes (uebrigens eine sehr praktische Einrichtung, die man erst bei einer jaehrlichen Umzugsfrequenz wirklich zu schaetzen weiss).
Im Buero habe ich eine Ecke eines lila-farbenen Cubes bezogen, ohne Sonnenlicht und mit staendiger Air-Condition im Ruecken. Es ist also jeden Abend ein absurdes Gefuehl, wenn man vor die Tuer tritt, es noch gut 25 Grad sind und die Sonne gerade einen knallroten Sonnenuntergang fuer den beginnenden Indian Summer vorbereitet.
Facts:
Rauchen: seit 14 Tagen rauchfrei !!
Essen: gefuehlte 2 Kilo zugenommen
Job:1st mission accomplished, Kalender-Update
Entertainment:TV - 5 Werbepausen pro Stunde
Montag, September 18, 2006
Und tschüss...
Tja das war wohl mein letzter Tag in der SLUB in diesem Jahr und das letzte Mal zum Lernen: Morgen ist die letzte Abschlussprüfung. Zeit einmal DANKE SLUB zu sagen. Danke für eine disziplinierende Arbeitsumgebung, die ich in meiner ständig verwüsteten Wohnung nie hinbekommen hätte. Danke für W-Lan, nette Cafeteria-Damen und bizarre Modeerscheinungen (im Moment setzen sich gerade Sonnenbrillen und Kapuzenjacken durch). Ein dickes fettes Danke an alle Leute, die mir durch Mittagessen, Kaffeetrinken oder einen kurzen Plausch bei ner Kippe den nicht enden wollenden Tag verkürzten. Danke.
Dreiste Werbung (auf die ich natürlich reingefallen bin) I
Als ich heute zu meinem Auto kam, hatte ich einen kleinen blauen Notizzettel am Seitenspiegel hängen. Darauf stand:
„Bitte rufen Sie geschäftlich an!
Fa. Jährig-Straka
Tel: 0351....
Ihr Ansprechpartner: Herr Seifert
Kein Autoschaden.“
Hmm, dacht ich mir, was wird das wohl sein, und machte mir ein paar Sorgen. Haben diese tollen Autohändler, die mir ständig Kärtchen ans Fenster stecken jetzt ihre Strategie geändert. Aber erklären konnte ich es mir nicht. Also erst mal besagte Nummer gewählt, bei der sich der Anrufbeantworter der Familie Seifert meldete. Ich brav mein Sprüchlein aufgesagt und die Sache vergessen. Heute Abend dann ein Anruf in Abwesenheit. Ich rief zurück und die erste Frage der Dame war: Haben sie Interesse an einem Zweiteinkommen? Äähh, wie jetzt, worum geht’s? Naja ob ich mir als Handelsvertreterin nicht was dazuverdienen wollte. Hmm, nö eigentlich nicht. Gut danke für den Anruf. Aha... Interessante Werbestrategie. Was haben wir gelernt? Schickes Design ist von gestern, heute zählt ein unschuldiger Notizzettel der neugierig macht und so die persönliche Kontaktaufnahme provoziert. Könnt ja was passiert sein. Aber wie kommen die auf mich? Sieht mein Auto so schrottig aus, dass ich ein zweites Einkommen vertragen könnte? Oder werde ich beobachtet?Samstag, September 16, 2006
Skurrile Wandbehänge II
Bei meiner kleinen Reise durch Deutschland ist mir ein weiterer Wandbehang aufgefallen, in jeder Damentoilette. Es scheint ein Monopol der Raststätten-Toiletten zu sein, dort Werbung für Kachelöfen zu machen. Kachelöfen! Wieso eigentlich? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Kachelöfen und Rasstätten, außer den phantasievollen Namen wie Mailand oder Stockholm? Wer entscheidet auf der Toilette, ob er sich einen solchen Ofen zulegt. Und gibt es nicht naheliegendere Werbung, wie etwa Lebensmittel, Getränke, Damen-Hygiene-Artikel, Radiosender, in der Nähe liegende Sehenswürdigkeiten oder zumindest das neuste Angebot aus der Rasstätte? Dieses Monopol ist erstaunlich, in einem Waschraum hab ich dann sogar die zugehörigen Faltblätter gefunden.... Marketingleute, Werbeplaner: was ist mit euch los, das ist doch die Gelegenheit. Wer wollte denn nicht immer schon eine interessante Lektüre aufm Klo haben!
Skurrile Wandbehänge I
Neulich, bei einem Familienbesuch, fand ich mich plötzlich auf dem Sofa meiner Übernachtungsgelegheit wieder und traute meinen Augen kaum. Das schlimme war gar nicht die geschmacklose Einrichtung (ich sage nur Delphin-Glastisch), sondern die schrägen Wandbehänge. Auf der einen Seite hing ein super-kitschiges riesiges Jesus-Bild, auf dem er ein Peace-Zeichen macht (und mindestens 1-2 Joints geraucht hat). Umrandet ist das ganze von einigen Heiligen- und Marienbildern. Zu optischen Fokussierung ist darum wieder eine rote Lichterkette angebracht. Diese dient auch zur Verbindung zu riesigen Lebkuchen-Herzen mit der Aufschrift „Nur mit dir“, „Ich will dich heiraten“. Das ganze ist ein Altar für die philippinische Freundin (ob das dem kulturellen Austausch dient, sei dahin gestellt, Liebe muss wohl blind machen...). Als ob das noch nicht reicht, sind auf der anderen Seite des Zimmers, wohl als männliches Kontrastprogramm Plakate, von „Eis-am-Stiel“ und dem „Schul-Mädchen-Report“ (natürlich oben ohne) angebracht. Naja, über Geschmack lässt sich streiten, aber das grenzt an vorsätzliche Körperverletzung.
Montag, August 07, 2006
Hoffnung Internet - Traummann online?
Ja, ich gebe es zu, ich bin so verzweifelt, dass ich sogar schon das Internet nutze um endlich mal den "Mann meiner Träume" zu treffen. Warum eigentlich nicht, ich bin doch "normal" warum sollten es die Männer dort nicht auch sein? Es haben alle das gleiche Ziel und was soll schon passieren, an Idioten kann man ohne Probleme auch offline geraten. Im Netz ist doch erst mal alles unverbindlich und ob ich mich mit nem Typen treffe ist mir selbst überlassen (was man in der freien Wildbahn nicht immer behaupten kann). Trotzdem steht Internet-Dating in der Wahrnehmung von gebildeten und anständigen Menschen (oder solchen, die sich dafür halten) auf einer Stufe mit Bild-Zeitungs-Lesen oder Porno-Gucken: Man macht es vielleicht, aber man würde es ums Verrecken nicht zugeben.
Auf die Idee gekommen bin ich, weil meine ehemalige Mitbewohnerin bei Parship arbeitet und darüber auch ihren damaligen Partner kennen gelernt hatte. Also, was sprach dagegen? Ich war neu in der Stadt, kannte niemanden und es schien zu funktionieren. Also alles gute Omen? Um es kurz zu machen: Nein!
Das Spektrum der Männer dort reicht von "Willst du Fi...?" bis "Ich wohn noch bei meiner Mama und das ist toll". Ältere Männer, denen offensichtlich jeder Sinn für "Selbstbewusstsein" und Ästhetik abgeht (oder die einfach keinen Spiegel besitzen), posieren in Badehosen. Dazu kommen die "Abenteuerer", die zwar eine Freundin haben, das auch zu geben, aber dem kleinen Fi... zwischendurch nicht abgeneigt sind. Selbst die Harmloseren entpuppen sich über kurz oder lang als nervtötend, weil sie nicht verstehen, dass man nicht jeden Tag endlose Mails über ihr langweiliges Leben beantwortet. Und dann findet man aus Versehen doch mal einen mit der der virtuelle Plausch ganz gut klappt, man versteht sich, und auch das Profil ist relativ aussagekräftig (glaubt man zumindest). Nach einer Weile netter, aber auf lange Sicht wenig zielführender Mails entscheidet man dann, sich doch mal zu treffen. Fataler Fehler: Ich habe mich selten so gelangweilt, selbst das zweite Glas Wein hat kaum eine betäubende Wirkung gezeigt, so dass nach gefühlten 12 Stunden nur die Flucht blieb.
Die Bild-Zeitungs- und Porno-Stufe war vielleicht doch nicht so abwegig: alles unbefriedigend. Fazit: keine Experimente, das Internet ist noch nicht reif für mich. Im Moment ist es Tummelplatz der schüchternen Langweiler und geilen alten (wie jungen) Säcke. Bleibt die Hoffnung auf das wahre Leben.



